25.11.2016

Praxis und Theorie beim SR-Lehrgang für Frauen und Mädchen


Die Teilnehmerinnen des Lehrgangs für Schiedsrichterinnen in Rostock

Am vergangenen Wochenende führte der Schiedsrichterausschuss des Landesfußballverbandes Mecklenburg-Vorpommern (LFV M.-V.) unter Leitung des Hauptverantwortlichen für Talentförderung Frauen und Mädchen, Martin Kuhardt, einen Lehrgang für Schiedsrichterinnen im Sportforum Rostock durch. Unterstützt wurden er dabei von Julia Beumer, Laura Bäcker und Diana Räder-Krause.

Dazu hatte Kuhardt im Vorfeld insgesamt 36 junge Schiedsrichterinnen aus den  sechs Kreisfußballverbänden des Landes eingeladen. Insgesamt folgten 16 Schiedsrichterinnen der Einladung zum Lehrgang für Frauen und Mädchen. Bei den Teilnehmerinnen handelte es sich zu hauptsächlich um Schiedsrichterinnen, die noch nicht so lange dabei sind, so dass es für sie der erste Lehrgang war. Einige Teilnehmerinnen waren bereits zum zweiten Mal dabei. Sie haben seit dem ersten Lehrgang 2013 viele Erfahrungen gesammelt und pfeifen inzwischen erfolgreich in ihren Kreisverbänden in den unterschiedlichsten Spielklassen. 

Nach der Begrüßung und der Vorstellung der Teilnehmerinnen benannte Julia Beumer die Kollektive für die Spielleitungen am Nachmittag. Es waren zwei Spiele im Lübzer Pils Cup der Landesklassen West zu besetzen. Eine dritte Gruppe wurde als Spielbeobachterinnen eingeteilt. Als Vorbereitung auf die bevorstehende Spielbeobachtung der Pokalpartie zwischen dem Sievershäger SV und dem Brüeler SV (2:0) wurden mit allen Teilnehmerinnen die Beobachtungsaufgaben besprochen. Es galt das SR-Team, ihre Zusammenarbeit, das Stellungsspiel und natürlich die Regelkunde und deren Anwendung aus der Spielbeobachtung herauszuarbeiten und sich während des Spieles Notizen zu machen.

Die beiden eingeteilten SR-Teams fuhren mit Ihren offiziellen Beobachtern Martin Kuhardt und Julia Bäumer zu den Spielorten, um sich auf die Spielleitungen konzentriert vorzubereiten. Diana Räder-Krause besprach mit den Spielbeobachterinnen noch einmal die Beobachtungsaufgaben und welche Kriterien für eine Beobachtung gelten. 

Nach den Spielen fuhr die dritte Gruppe zurück ins Sportforum, während Martin Kuhardt und Julia Beumer die Beobachterauswertung vor Ort mit dem aktiven Schiedsrichterinnen vornahm. Die Spielbeobachterinnen besprachen die Beobachtungen anhand ihrer Notizen. Sie arbeiteten positive Gesichtspunkte heraus, führten aber auch Punkte auf, welche nach Meinung der Mädchen noch verbessert werden könnten. Es wurde eine entsprechende Präsentation erarbeitet und offene Frage an die beiden Kollektive aufgeschrieben. Während der Gruppenarbeit haben die Teilnehmerinnen aufmerksam zugehört und sich rege beteiligt.

Am frühen Abend kamen alle Schiedsrichterinnen wieder im Seminarraum des LFV M.-V. zur Auswertung der Spielleitungen in der Gruppe zusammen. Die Spielbeobachterinnen referierten anschaulich ihre Beobachtungsergebnisse und befragten die Schiedsrichterin Laura Bäcker und die Schiedsrichter-Assistentinnen zu bestimmten Situationen, die für die Gruppe nicht eindeutig zu bewerten waren. Hat die Schiedsrichterin richtig entschieden? Wie hat sie gewirkt? Wie hätte man die Situation anders lösen können? Durch diese rege Diskussion konnten die Teilnehmerinnen viele Anreize für die eigenen kommenden Spielleitungen sammeln. Martin Kuhardt gab wertvolle Hinweise zur weiteren Optimierung ihrer Spielleitungen.

Der Spaß kam natürlich auch nicht zu kurz. So klang der erste Tag mit einem gemeinsamen Abendessen und dann in gemütlicher Runde mit informellen Gesprächen zu Ende.

Am frühen Sonntagmorgen bat Laura Bäcker dann zum Frühsport, bei dem die müden Sehnen und Gelenke ordentlich aktiviert wurden. Auf dem Plan stand eine kleine Sporteinheit  mit Ausdauer-, Kräftigungs- und Stabilisierungsübungen.

Zurück im Schulungsraum stand eine Videoregelschulung auf dem Lehrgangsplan. Diese Schulung wurde von Enrico Barsch, Lehrwart des SR-Ausschusses des LFV M.-V., durchgeführt. Er referierte über die Kriterien einer „Richtigen Entscheidung“ für eine klare und konsequente Linie in Spielleitungen, dem „Handlungsspielraum“ bei Entscheidungen und dem Hauptproblem: Der Aussprache von persönliche Strafen.

Im Anschluss gab es anhand eines sogenannten „Konformitätstests“ zahlreiche knifflige Szenen zu bewerten. Anhand von 15 Videospielszenen mussten die Lehrgangsteilnehmerinnen auf einem Blatt Papier die richtige(n) Entscheidung(en) notieren. Es galt zu entscheiden, ob weitergespielt bzw. welche Spielfortsetzung (direkter/indirekter Freistoß) und gegebenenfalls persönliche Strafe (gelbe/rote Karte) notwendig ist. Barsch wertete danach gemeinsam mit den Teilnehmerinnen das Vorgehen der Schiedsrichter in den verschiedenen Spielsituationen aus.

Nach dieser interessanten und lehrreichen theoretischen Einheit übernahm Martin Kuhardt das Wort. Mit einem Lehrgansfeedback wurden die beiden Tage ausgewertet. Der Dank gilt allen Teilnehmerinnen sowie Verantwortlichen dieses erfolgreichen Lehrgangs, von dem die Schiedsrichterinnen viel für ihre anstehenden Spielleitungen mitnehmen konnten. Nun hoffen alle, dass so ein Lehrgang wiederholt werden kann.

Martin Kuhardt


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