DFB-Stützpunkte

Im Anschluss an die erfolglose Weltmeisterschaft 1998 in Frankreich und vor allem im Anschluss an die Europameisterschaft 2000 in Belgien und den Niederlanden hat der DFB in Zusammenarbeit mit den Lizenzvereinen und Landesverbänden in umfangreichem Maße nach Gründen für das schlechte der deutschen Nationalmannschaft gesucht. Ein Grund wurde in der nicht genügend vorangetriebenen Talentförderung gesehen. Nicht ausgeschöpfte Potentiale in der Nachwuchsförderung der Lizenzvereine sowie Defizite in der flächendeckenden Sichtung und Förderung der Elf- bis Vierzehnjährigen wurden erkannt. Deswegen bildeten sich zwei Ansätze heraus. Zum einen sollten die Lizenzvereine aufgrund ihrer finanziellen Möglichkeiten ihr Engagement für den Nachwuchsbereich vergrößern. Als konkrete Maßnahme hierzu wurde der Aufbau der Leistungszentren als verpflichtende Lizenzierungsvoraussetzung vorgeschrieben. Zum anderen sollte durch ein flächendeckendes Talentförderprogramm die Sichtung und Förderung der elf- bis vierzehnjährigen Talente optimiert.

Mit dem Talentförderprogramm setzt der Deutsche Fußball-Bund in Zusammenarbeit mit den Landesverbänden ein Nachwuchskonzept in einer Dimension um, an die weltweit kein anderer Verband heranreicht. Die Zahlen sprechen für sich: Etwa 22.000 Jugendliche im Alter von elf bis siebzehn Jahren werden gefördert. Rund 1.200 Honorartrainer fordern die Jungen und Mädchen in 390 Stützpunkten, die flächendeckend in ganz Deutschland verteilt sind.

Jeder leistungswillige und talentierte Spieler hat eine große Sicherheit, dass er auf Basis eines qualifizierten Trainings individuell vorankommen kann. Dabei ist es egal, in welcher Region Deutschlands er spielt oder er nun in jungem Alter zu einem Lizenzverein wechselt oder nicht. Qualität und Quantität des Trainings aller ambitionierten Talente werden durch die zusätzliche Schulung in den DFB-Stützpunkten optimiert. Darüber hinaus durchlaufen die regionalen Spitzentalente wie bisher die intensive Trainingsarbeit mit den Verbandsmannschaften. Gleichzeitig nimmt die Qualität des Vereinstrainings zu, denn das Projekt wirkt auch als Fortbildungsinstrument für die Vereinstrainer.

Auf die enorme Zahl von 390 Stützpunkten kommt man, weil eine ausreichende Flächendeckung erreicht werden soll. Bei bundesweit 27.000 Vereinen entspricht das durchschnittlich 70 Vereinen pro Stützpunkt. Damit ist ein engmaschiges Netz geknüpft, das eine kompakte Sichtung ermöglicht. Um auch ein effektives Training sicherzustellen, sollen an jedem Stützpunkt in zwei Gruppen nicht mehr als jeweils 30 Spieler trainiert werden. In der einen die Kicker der Altersgruppe U11 und U12, in der anderen die der U13 bis U14. In dieser ersten Gruppe liegt auch die Besonderheit des gesamten Projekts. Das Fördertraining ist eine zusätzliche Einheit und findet wöchentlich statt. Die Grundstruktur des DFB-Talentförderprogramms ist einfach, aber gerade deshalb praktikabel, überschaubar und effizient!

Grundlage für eine langfristig erfolgreiche Arbeit innerhalb der Stützpunkte ist die systematische und vorausschauende Planung des Trainings. Die Schritte bei der Erstellung eines Trainingsplans unterscheiden sich dabei nicht von den Trainingsvorbereitungen bei einer Vereinsmannschaft, jedoch die Ziele, Schwerpunkte und organisatorischen Vorgaben.

  • Intensive Talentfindung durch ein flächendeckendes Sichtungssystem
  • Flächendeckendes und individuelles Fördern von talentierten Spielern und Spielerinnen als Ergänzung zum Vereinstraining
  • Heranbildung technisch versierter und taktisch geschulter Spieler und Spielerinnen mit einer einheitlichen zeitgemäßen Methodik
  • Ausbau der DFB-STP zum Servicezentrum für die Vereine im Territorium
  • Durchführung von Info-Abenden und Unterstützung des Kurzschulungsprojektes des LFV M.-V.
  • Vorbereitung der besten Talente für die Einschulung auf die Eliteschule des Fußballs bzw. sportbetonten Schule
  • Begleitung des Werdeganges der talentiertesten Spieler/innen durch die STP- Trainer
  • Schnelleres Vermitteln neuer Trends in Spiel und Training an alle Vereine
  • Unterstützung von Schulfußballkooperationen zwischen Verein/STP und Grundschule
  1. Durchführung des Fördertrainings (2 x 90' in der Woche)
  2. Sichtungsmaßnahmen im Territorium in den Vereinen (Training und Wettkampf)
  3. Absicherung der Teilnahme der Stützpunktspieler/innen an den Sichtungsturnieren (Kreisauswahl und Landesauswahl)
  4. Vorbereitung und Absicherung der Teilnahme der Stützpunktspieler/innen an den Sichtungsmaßnahmen der Eliteschule und der sportbetonten Schulen
  5. Vorbereitung und Durchführung von Info-Abenden für Vereinstrainer 2 x im Jahr
  6. Vorbereitung und Durchführung von Testüberprüfungen 2 x im Jahr
  7. Pflege der Spielerdatenbank
  8. Kontaktpflege zu allen Vereinen und Trainern der Region mit Nachwuchsmannschaften
  9. Eine Tätigkeit in der Nachwuchsabteilung eines Vereins ist zu gewährleisten.
  10. Vorbereitung und Durchführung von „Tag der Talente", Tag des Torwarts und „Tag des Mädchenfußball"

Der Stützpunkttrainer muss im Besitz einer gültigen B-Lizenz des DFB sein. Bei nicht vorhandener B-Lizenz des DFB hat der Stützpunkttrainer diese spätestens innerhalb eines Jahres zu erwerben. Eine Trainertätigkeit im Nachwuchsbereich eines Vereins im Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern ist möglich.

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